1. Woher die Taufe kommtDie Taufe selbst geht wahrscheinlich auf Johannes den Täufer zurück, von dem sich auch Jesus selbst
taufen ließ. Sie ist das Zeichen, mit dem deutlich werden soll, dass ein Mensch zu Gott gehört, dass
er in die Gemeinde Jesu Christi aufgenommen wird und seine Sünden von ihm abgewaschen werden.
Wir taufen heute, weil Jesus uns den Auftrag dazu gegeben hat, wie es in Matthäus 28, 18-20
nachzulesen ist (nach der Übersetzung Martin Luthers): Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel
und auf Erden. Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker. Taufet sie auf den Namen des
Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen
habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende. Dieser Taufbefehl wird bei jeder
Taufe genannt.
Die Taufe wird im Namen des dreieinigen Gottes vollzogen. Deshalb wird bei jeder Taufe die
Taufformel: "N.N., ich taufe dich im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.
Amen.", gesprochen. Dabei wird der Kopf des Täuflings dreimal mit Wasser begossen.
Die Taufe ist ein einmaliges Zeichen und kann ihrem Wesen nach nicht wiederholt werden.
Grundsätzlich kann jeder Mensch getauft werden. In Übereinstimmung mit den meisten christlichen
Kirchen werden in der Evangelischen Kirche von Westfalen Kinder getauft, weil in der Kindertaufe
die bedingungslose Liebe und Zuwendung Gottes besonders deutlich zum Ausdruck kommen. Aber auch
die Erwachsenentaufe ist nicht unüblich, weil viele Eltern es ihren Kindern selbst überlassen
möchten, ob sie sich später taufen lassen wollen oder nicht.
Sowohl bei der Kinder- als auch bei der Erwachsenentaufe ist ein vorheriges Taufgespräch mit einer
Pfarrerin bzw. mit einem Pfarrer erforderlich.
Nach der Kirchenordnung unserer Evangelischen Kirche von Westfalen soll die Taufe eines Kindes in folgenden Fällen zurückgestellt werden:
Mit der Taufe werden sowohl Kinder als auch Erwachsene Mitglied der Kirche und gleichzeitig
Gemeindemitglied in der Kirchengemeinde, in der sie ihren Wohnsitz haben.
Die Taufe wird ins Kirchenbuch der Gemeinde eingetragen und an die kommunalen Behörden
weitergeleitet (Kirchensteuer).
Auch bei einem Kirchenaustritt bleibt die Taufe gültig. Sie wird also auch dann nicht wiederholt,
wenn man wieder in die evangelische Kirche eintritt oder die Konfession wechselt. Umgekehrt wird
eine gültig vollzogene Taufe in einer anderen Kirche anerkannt.
In der Regel bezieht sich das Patenamt auf die Kindertaufe. Es beginnt mit dem Zeitpunkt der Taufe
und endet mit der Konfirmation des Kindes.
Eine wichtige Funktion des Patenamtes liegt darin, bei der Taufe anwesend sein, um dem getauften
Kind in späteren Jahren von dieser Taufe erzählen zu können. Aus diesem Grund kann das Patenamt
nachträglich nicht entzogen und jemand anders als Pate oder Patin eingesetzt werden.
Wenn jemand ein Patenamt übernimmt, verpflichtet er sich damit öffentlich, für die evangelische
Erziehung des Kindes Verantwortung zu übernehmen.
In der Regel werden für eine Taufe zwei Paten bzw. Patinnen benannt. Mindestens ein Pate muss
Mitglied der Evangelischen Kirche sein. Insgesamt kann man bis zur vier Paten benennen.
Auch ein Mitglied einer anderen christlichen Kirche, die zum ACK (Arbeitsgemeinschaft Christlicher
Kirchen) gehört, kann Pate bzw. Patin werden. Wer keiner christlichen Kirche angehört, kann
nicht Pate werden.
Hat ein Pate seinen Wohnsitz nicht in der Gemeinde, in der die Taufe vollzogen wird oder ist er
Mitglied einer anderen Kirche, muss er sich von seiner jeweiligen Gemeinde eine Patenbescheinigung
ausstellen lassen, die in der Regel form- und kostenlos beim jeweiligen Gemeindeamt angefordert
werden kann. Diese Bescheinigung ist dem Pfarrer bzw. der Pfarrerin, die die Taufe vollzieht,
vorzulegen.
Grundsätzlich gilt: Wir freuen uns über jeden Menschen, der in unserer Gemeinde im Namen des
dreieinigen Gottes getauft wird!
In der Regel ist der Pfarrer bzw. die Pfarrerin für die Taufe zuständig, in deren Gemeindebezirk
man wohnt. Das kann man im Gemeindebüro erfragen (Tel.: 2977).
Die Taufe findet gewöhnlich im sonntäglichen Gemeindegottesdienst statt. Es gibt keine festen
Tauftermine, vielmehr sind die Termine in Absprache mit den Pfarrern bzw. Pfarrerinnen festzulegen.
Dabei ist es natürlich günstig, den Tauftag relativ weit im voraus zu planen, weil nicht an jedem
Sonntag Taufen möglich sind.
Zum Taufgespräch kommt der Pfarrer bzw. die Pfarrerin ins Haus. Dort werden die wesentlichen Dinge
zur Taufe besprochen. Zu diesem Gespräch sollte das Familienbuch vorhanden sein.
Zur Taufe gehört die Wahl eines biblischen Taufspruches. Auch ist es bei uns üblich, bei der Taufe
eine Taufkerze zu entzünden. Dazu kann eine eigene Taufkerze mitgebracht werden; unsere Gemeinde
stellt aber auch kostenlos Taufkerzen zur Verfügung.
Vom Fotografieren während der Taufe bitten wir Abstand zu nehmen, weil es der Würde des Sakraments
nicht entspricht. Nach dem Gottesdienst wird Gelegenheit zum Fotografieren gegeben.

Für weitere Fragen stehen die Pfarrer und Pfarrerinnen unserer Gemeinde gerne zur Verfügung.