Ca. 1075 – 1125: Die ältesten bisher bekannten schriftlichen Nachrichten über den Hof Voerde, später
Altenvoerde, in Abgabenregistern aus der Zeit um 1150, von denen das erste aber schon auf das 11. Jahrhundert
zurückgehen dürfte, lassen vermuten, dass das Kirchspiel Voerde um 1075 – 1125 entstanden ist. Es war von
vornherein bis 1689 Filialgemeinde des älteren Kirchspiels Hagen, dessen Pfarrer mithin das Recht hatte,
den Voerder Pfarrer einzusetzen (Kollationsrecht).
1226: In einer Schilderung des Lebens, Leidens, Sterbens und der Wunder des am 7.11.1225 am Lindengraben
im heutigen Gevelsberg getöteten Kölner Erzbischofs Engelbert I., die der Mönch und Historiograf Caesarius
von Heisterbach zwischen 1226 und 1237 verfasste, werden für das Jahr 1226 die "parochia de vorda", das
Kirchspiel Voerde, und der damalige Pfarrer Adolf erwähnt.
Die Voerder Kirche jener Zeit ist wohl ein bescheidenes Holz- oder Fachwerkkirchlein gewesen, von dem sich
bis heute keine Spuren gefunden haben.
Seit der Entstehung des Kirchspiels bestattet man die Verstorbenen auf dem "Kirchhof" rings um die Kirche.
Die Behausung des Voerder Pfarrers lag vermutlich schon damals am Rand des Kirchhofs nördlich der Kirche
auf einem dem Unterhalt des Pfarrers "gewidmeten" kirchlichen Grundstück, dem "Wiedem". Daraus entsteht
im Lauf der Zeit die Ortsbezeichnung "Wiemerhof", wo auch in späteren Zeiten das Pfarrhaus steht.
Um 1300: An der Stelle des vermutlich schlichten Vorgängerkirchleins wird eine massive Kirche aus
Bruchstein – wohl im Stil der Gotik – errichtet.
In einem Verzeichnis der Pfarreien in der Erzdiözese Köln, dem "liber valoris", in dem
auch deren Einkünfte verzeichnet sind, ist die Pfarre Voerde mit einem jährlichen Einkommen von vier Mark
(damalige Währung!) aufgeführt.
25.5.1315: Eine weitere Erwähnung des Kirchspiels Voerde findet sich in einer Urkunde vom 25.5.1315,
mit der Gottfried von Sayn, Herr zu Volmarstein und Stuhlherr des Volmarsteiner Freistuhls (Femegerichts),
sowie seine Ehefrau Sophia ihre Rechte (Abgabenansprüche) an fünf Voerder Freigütern an Graf Adolf VI.
von Berg verkaufen.
Um 1360: In dieser Zeit, als der Priester Ludevicus Kluce in Voerde amtiert, stiftet der offenbar
wohlhabende Petrus de Asbeke (Peter aus der Aske) der Voerder Kirche ein in kunstvoller Steinmetzarbeit im
gotischen Stil ausgeführtes Tabernakel (Sakramentshäuschen zur Aufbewahrung der geweihten Hostie), das nach
der Reformation aus der Kirche entfernt und dessen Giebel 1914 bei Arbeiten auf dem Kirchplatz wieder
aufgefunden wurde. Seither steht der Tabernakelgiebel hinter dem Altar der Voerder Kirche.
Um 1470: Für die Voerder Kirche wird eine Vikarie gestiftet, die Maria, der Mutter des Herrn, geweiht
ist und die in der Kirche im Winkel von Ost- und Südwand einen eigenen Altar, den "Liebfrauenaltar" hat. Mit
der Vikarie ist eine Schule verbunden, deren Lehrer und Leiter (Rektor) der Vikar ist. Das "Vikarienhaus",
in dem sich die Wohnung des Vikars und die Schule befinden, liegt dort, wo heute die Bergstraße in die
Wilhelmstraße mündet, südlich des jetzigen Hauses Bergstraße 4 (Hotel "Rosine").
1474 und 1520: Zwei Urkunden aus diesen beiden Jahren im evangelischen Voerder Gemeindearchiv,
die sich auf den Altar Johannes des Täufers in der Voerder Kirche (nach Installierung des Liebfrauenaltars
der Vikarie der Hauptaltar der Kirche!) beziehen, deuten darauf hin, dass die Voerder Kirche von Anfang an
Johannes dem Täufer geweiht gewesen ist.