1673: Im Verlauf des 2. Niederländischen Krieges (1672 – 1679) besetzen französische Truppen
im Frühjahr 1673 auch Voerde. Im Zusammenhang damit erfahren wir auch zum ersten Mal davon, dass die
Bewohner von Voerde in Kriegszeiten zu ihrem Schutz die Kluterthöhle aufsuchen.
1679: Mitte 1679 besetzen französische Truppen abermals Voerde.
1684 – 1689: Nach dem Tod des Pfarrers Adam Messing am 27.5.1684 wählen die wahlberechtigten
Eingesessenen des Voerder Kirchspiels am 21.8.1684 mit Mehrheit den aus Voerde stammenden Pfarrer
Adam Freymann zu seinem Nachfolger. Um seine förmliche Einsetzung in Voerde kommt es zu einer
vierjährigen gerichtlichen Auseinandersetzung zwischen dem Voerder Konsistorium und dem Hagener
Pfarrer Heinrich Wilhelm Emminghaus, der mit seinem Begehren in dem Verfahren jedoch unterliegt:
In der gerichtlichen Entscheidung von 1689 wird das uneingeschränkte Pfarrerwahlrecht des
Kirchspiels Voerde bestätigt, das damit aufhört, Filialgemeinde des Kirchspiels Hagen zu sein.
1705: Die Voerder Kirche bekommt einen neuen Altar und eine Kanzel. Beide so genannten
Prinzipalstücke sind von dem "Schnetzler" (Bildschnitzer, Holzbildhauer) Johann Wilhelm Genckel
oder Genkel aus der Ortschaft Genkel bei Meinerzhagen im Barockstil ausgeführt. Sie sind
ursprünglich voneinander getrennt. In der Kirchenrechnung für die Jahre 1700 bis 1705 geht
aus den Eintragungen für 1705 eindeutig hervor, dass sie sowohl zu verschiedenen Zeiten je für
sich abgerechnet und bezahlt als auch zeitlich und räumlich getrennt voneinander in der Kirche
aufgestellt wurden: Der neue Altar nimmt fortan den Platz des alten Täuferaltars in der Mitte
der Ostwand ein, während die Kanzel an einem der östlichen Pfeiler angebracht wird. Neben dem
neuen Altar besteht aber immer noch der Liebfrauenaltar, nun "kleiner Altar" genannt.
1707: Das 1707 geschaffene barocke Taufbecken, das mit seiner Kelchform die enge Beziehung zwischen
beiden evangelischen Sakramenten, der Taufe und dem Heiligen Abendmahl, zum Ausdruck bringt, ist –
nach der stark beschädigten Inschrift an seinem Fuß zu schließen – vermutlich eine Stiftung des
damaligen Pächters des kirchlichen Pachtgutes "Vierorthaus" (heute Haus An der Kirche 9),
verbalhornt im Volksmund auch "Verathaus" genannt. Name und Wohnsitz des Steinmetzen sind nicht
überliefert.
1708/09: Nach dem Tod des Pfarrers Adam Freymann am 5.2.1708 wird das alte Pfarrhaus nördlich
der Kirche abgetragen und an seiner Stelle mit hohem Kostenaufwand für die künftigen Pfarrer
ein neues errichtet.
1723/24: Verkauf (1723) und Übergabe (1724) der Orgel von 1664 an die lutherische Gemeinde in Hamm.
1724 – 1727: Der "Orgelmacher" Gerhard von Holy, Wetter a. d. Ruhr, der aus Aurich / Ostfriesland
stammt und Schüler des bedeutendsten norddeutschen Orgelbauers Arp Schnittker ist, erbaut in dieser
Zeit in der Voerder Kirche eine neue, größere Orgel. Ihre Disposition umfasst in Manual und
angehängtem Pedal zwölf Register. Ihren Standort erhält die neue Orgel über dem neuen Altar.