1909: Am 13.5.1909 beschließt das Presbyterium der Kirchengemeinde die Bildung eines eigenen
Seelsorgebezirks für den Bezirk Altenvoerde und legt dessen Grenzen fest.
Offenbar ist 1909 auch damit begonnen worden, in den Schulen in Hasperbach und in der Oberbauer
wöchentlich Bibelstunden, 14-tägig Sonntagsgottesdienste und jeden Sonntag Kindergottesdienste
zu halten.
1909 – 1912: In der Zeit vom 1.5.1909 bis 20.6.1912 betreuen vier Hilfsprediger, die jeweils
vom damaligen Königlichen Konsistorium in Münster (der westfälischen Kirchenleitung) zugewiesen
werden, nacheinander den Altenvoerder Seelsorgebezirk.
1912 – 1921: Die Altenvoerder Hilfspredigerstelle ist vom 21.6.1912 bis 30.9.1921 unbesetzt,
so dass die beiden Voerder Pfarrer sie während dieser Zeit mitbetreuen müssen.
1914/15: Umfassender Umbau der Voerder Kirche nach Plänen der Architekten Gebrüder Nau,
Gevelsberg, der dem Gotteshaus außen und innen sein heutiges Gepräge verleiht:
Der Turm erhält anstelle des neugotischen ein klassizistisches Portal.
Die Seiteneingänge der Kirche, bis dahin unter den Mittelfenstern auf der Nord- und Südseite
gelegen, werden in die neu erbauten Treppentürme an der Nord- und Südseite des Turmes verlegt.
Im Innern der Kirche wird der Fußboden abgesenkt (wobei die Fundamente der 1780 abgetragenen
Vorgängerkirche zum Vorschein kommen) und im Altarraum die Estrade angelegt, die seither den
Kanzelaltar und den Orgelprospekt trägt. An die Stelle der schlichteren dorischen Säulen, auf
denen zuvor die Emporen an der Nord-, Süd- und Westseite ruhten, treten Pfeiler mit korinthischen
Kapitellen und kunstvoll stuckiertes Balkenwerk. Die Empore an der Westseite wird im Stil des
Rokoko neu gestaltet.
Die Kirche erhält eine Zentralheizung und neue Bänke, die heute noch in Gebrauch sind.
Durch den neuen Anstrich des gesamten Kircheninneren büßt der Kanzelaltar allerdings seine reiche
ursprüngliche barocke Farbigkeit ein.
Emilie Asbeck aus Altenvoerde stiftet der Kirche eine neue Orgel, die von der Firma Paul Faust
in Barmen, heute Wuppertal, gebaut wird. Ihre Disposition umfasst in Manual und Pedal 29 Register.
Der mächtige neubarocke Prospekt der Orgel, der sich über dem barocken Kanzelaltar erhebt,
prägt seither das Innere der Kirche maßgeblich mit.
1.8.1914 – 11.11.1918: Erster Weltkrieg.
16.10.1917: Beschlagnahme der drei Glocken des Geläuts der Voerder Kirche für Kriegszwecke.
1919: Die Kirche erhält das gegenwärtige, aus vier Harteisenglocken bestehende Geläut,
gegossen in der Glockengießerei J. F. Weule, Bockenem / Harz.